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14.05.2018

Kettcar-Projekt schult Sozialverhalten

In der Grundschule Hirschau lernen Erst- und Zweitklässler beim Fahren mit dem Kettcar, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr ist.
Zur Einweihung des Kettcar-Projektes waren neben den Kindern auch alle Verantwortlichen eingeladen.

In der Grundschule Hirschau lernen Erst- und Zweitklässler beim Fahren mit dem Kettcar, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr ist.

Frische Luft statt Klassenraum, Bewegung statt ruhig auf dem Stuhl zu sitzen: In der Grundschule Hirschau im Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es eine neue Unterrichtseinheit, und die findet draußen statt. Es geht um eine ganz besondere Form der Verkehrserziehung, denn die Kinder der ersten und zweiten Klassen dürfen mit einem Kettcar fahren. Ideengeber war der pensionierte Sonderschullehrer Hermann König, der das Kettcar-Projekt entwickelt hat. Auslöser dafür war der Unfalltod eines geistig behinderten Schülers im Jahr 1997 - ein Schock für König: "Für mich war klar, Verkehrserziehung ist das Wichtigste, um zu überleben."

Das Projekt setzt dabei nicht auf das Lernen von Verkehrsregeln, sondern hat einen ganz anderen pädagogischen Ansatz: Es geht um das Erlernen des elementaren Sozial- und Verkehrsverhaltens. In einem abgegrenzten Raum sind die Kinder in eine soziale Gemeinschaft eingebunden und müssen aufeinander Rücksicht nehmen. Es gibt im Parcours eine Regel: Es darf keinen Unfall geben. Passiert dies, ertönt ein Pfiff des Lehrers mit der Trillerpfeife und alle Beteiligten müssen für ein paar Minuten Pause machen, ohne dass die Schuldfrage geklärt wird. So soll nachhaltig eine defensive Fahrweise vermittelt werden. 

"Wir waren von Anfang an ganz begeistert, weil wir sehen, dass wir Bewegung, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen gleichzeitig schulen können. Ich finde das genial, dass auch noch mit Spaß und mit dem Kettcar zu verbinden", schwärmt Rektorin Birgit Härtl. Neben Hirschau hat auch die Grundschule in Kümmersbruck 14 Fahrzeuge erhalten, so dass das Projekt "Kettcar" nun an zwei Schulen läuft. Nach Abschluss des Projektes erhält jedes Kind im Rahmen einer offiziellen Ehrung eine Urkunde und einen Kettcar-Führerschein. Die Finanzierung ist gemeinsame Aufgabe der Gemeinden, der Verkehrswacht und der örtlichen Sparkasse. (lie)

Foto : Sparkasse Amberg-Sulzbach

 

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