Aktuelle Nachrichten

22.04.2012

Höhere Strafen nutzen nichts

Höhere Strafen für Radfahrer würde nur wenig Erfolg haben.

Eine Erhöhung der Bußgelder für Radfahrer ist aus Sicht der Unfallforschung der Versicherer unnütz. Lieber sollte sich die Polizei auf die wesentlichen und unfallträchtigen Regelverstöße konzentrieren.

Berlin. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist gegen eine Erhöhung der Bußgelder für Regelverstöße von Radfahrern und eine Kennzeichenpflicht. Damit widerspricht sie entsprechenden Forderungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Höhere Strafen nützen gar nichts, wenn die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, gegen Null geht“, so der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann.

Auch könne eine Kennzeichenpflicht die Lage nicht verbessern. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Ländern haftet in Deutschland der Fahrer eines Fahrzeugs und nicht der Halter. Bei Fehlverhalten oder Verstößen ist also nachzuweisen, wer gefahren ist. Dazu wären im kompletten öffentlichen Raum Kameras notwendig. Der bürokratische Aufwand und die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Brockmann verwies stattdessen auf die Empfehlungen des Radsymposiums von UDV und Deutschem Verkehrssicherheitsrat (DVR) vom März dieses Jahres, in denen die Polizeien aufgefordert wurden, eigene Staffeln Rad fahrender Polizisten einzuführen und damit dem positiven Beispiel Münsters zu folgen. Brockmann forderte, dass Schwerpunktkontrollen sich nicht – wie oft üblich – auf die Kontrolle der vorschriftsmäßigen Ausrüstung der Räder konzentrieren sollten, sondern auf die wesentlichen Regelverstöße: Rotlichtverstöße und Fahren in der falschen Fahrtrichtung, der Unfallursache Nummer eins von Radfahrern. Einig ist sich die UDV mit der GdP bei der Forderung nach Senkung der Alkoholgrenzwerte für Radfahrer.

Brockmann appellierte allerdings auch an alle Radfahrer, die Straßenverkehrsordnung zu beachten. Denn Sie gilt vor allem dem Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer.

 

Foto : Fotolia/Arno Bachert

 

0 Kommentare
 



Kommentare verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der Verkehrserziehung veröffentlicht.
Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter den Kommentar an. Herzlichen Dank!

* Pflichtfeld
Mittwoch, 30.11.2022
Abonnement
Zeitschrift für Verkehrserziehung 02/2017

Sie wollen keine Ausgabe mehr verpassen? Dann abonnieren Sie die Zeitschrift für Verkehrserziehung noch heute!

Twitter
Twitter Logo

Kennen Sie eigentlich schon unseren Twitter-Account?

Kontakt

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Produkt-Katalog

JETZT NEU: Entdecken Sie alle Produkte im aktuellen Katalog Verkehrserziehung & Prävention 2020/2021!