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07.09.2022

Hohes Unfallrisiko durch Ablenkung

Ablenkung
Dekra empfiehlt: „Immer die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen."

Wer am Steuer eines Autos telefoniert oder Textnachrichten liest, geht ein massiv erhöhtes Unfallrisiko ein, warnen die Unfallforscher von Dekra. Gefährdet seien aber auch zu Fuß Gehende und Radfahrende, die sich vom Smartphone ablenken lassen oder mit Kopfhörern unterwegs sind.

„Bei Langeweile zu Hause ist Ablenkung höchst erwünscht, im Straßenverkehr ist sie aber völlig fehl am Platz“, mahnt Dekra Unfallforscher Luigi Ancona. „Die Anforderungen an uns als Verkehrsteilnehmer sind so komplex, dass wir unsere volle Aufmerksamkeit brauchen, wenn wir sicher nach Hause kommen wollen. Im Verkehrsgeschehen funktioniert ‚Multitasking‘ absolut nicht, denn der Mensch ist dazu nur sehr begrenzt in der Lage. Hier ist jederzeit volle Konzentration gefragt.“

Laut einer Studie des AZT (Allianz Zentrum für Technik), auf die Dekra hinweist, ist Unachtsamkeit der Auslöser für jeden zehnten Autounfall mit Verletzten. Dies würde bedeuten: Ablenkung führt im Straßenverkehr zu mehr Getöteten als Alkohol. In der amtlichen Statistik spiegelt sich dies allerdings noch nicht wider. Auf die erstmals für das Jahr 2021 separat ausgewiesene Unfallursache Ablenkung entfallen insgesamt 2,0 Prozent der Unfälle mit Personenschaden, 0,3 Prozent auf die Nutzung elektronischer Geräte.

„Wir müssen hier von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen“, sagt Ancona. Bei einer Verkehrsbeobachtung der DEKRA Unfallforschung im Jahr 2017 waren zu jedem Zeitpunkt im Schnitt 7 Prozent der Autofahrenden durch ihr Handy abgelenkt. Das Problem unterstreichen auch Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes: Im Jahr 2020 wurden bundesweit mehr als 413.000 Handyverstöße registriert und geahndet, obwohl sie nur einen Teil aller Ablenkungsfälle erfassen. „Jede Nebentätigkeit, bei der die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen verlorengeht, birgt ein Gefährdungspotenzial – für einen selbst wie für andere“, so der Unfallforscher.

Wichtige Informationen gehen verloren

Ohne Abstriche gelte das auch für zu Fuß Gehende und Radfahrende. Ihnen drohen bei Kollisionen in der Regel erheblich schwerere Verletzungen als den besser geschützten Autofahrenden. Wer zum Beispiel beim Queren der Fahrbahn Textnachrichten liest oder schreibt, verpasst oft wichtige Informationen über die Verkehrssituation und kann nicht angemessen reagieren.

Und wer sich einen Kopfhörer überstreift, unterschätzt, dass wir auch die akustischen Informationen und Signale brauchen, um uns sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Die Empfehlung des Unfallforschers ist klar: „Immer die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen. Und das bedeutet: Nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren offenhalten!“

(sd)

Foto : Peter Atkins/stock.adobe.com

 

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