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29.08.2018

Mehr Mobilitätserziehung mit Kindern gefordert

Kind auf dem Weg zur Schule
Viele Eltern bringen ihre Kinder zur Schule

Um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen, müssen Kinder motorisch fit sein. Aber genau daran mangelt es laut Deutscher Verkehrswacht und Bundeselternrat. Deshalb nehmen die Institutionen nun die Eltern in die Pflicht.

Die motorischen Fähigkeiten, die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr erforderlich sind, nehmen laut Deutscher Verkehrswacht (DVW) bei Kindern nachweislich ab. Die DVW und der Bundeselternrat (BER) appellieren deshalb an Eltern, die in erster Linie für die Mobilitätserziehung ihrer Kinder verantwortlich sind. Mit Bewegung, Sport und durch vielfältige Angebote der kulturellen Bildung würden Kinder ganz spielerisch Wahrnehmung, Reaktionsvermögen sowie Körperbewusstsein und -beherrschung entwickeln – alles Fähigkeiten, die ihnen auch bei der Verkehrsteilnahme zugutekommen. Zudem seien Schulen verpflichtet, den im Lehrplan festgeschriebenen Sportunterricht durchzuführen und Unterrichtsausfall zu vermeiden.

Prof. Kurt Bodewig, Präsident der DVW, betont: „In der Kindheit entwickeln wir die Grundlagen, uns sicher im Verkehr zu bewegen. Eltern müssen die Zeit und Geduld aufbringen und gemeinsam mit ihren Kindern das richtige Verhalten im Verkehr üben, damit sie es später alleine schaffen können.“

Bewegung ist auch wichtig für den Straßenverkehr
Viele Kinder legen ihren Schulweg nicht allein zurück, sondern werden von Eltern hingefahren – selbst wenn die Strecke nach einem gemeinsamen Schulwegtraining ohne besondere Gefährdung zu bewältigen wäre, heißt es in einer Pressemitteilung des DVW. Mit der Folge: Den Kindern würden Lernerfahrungen für eine eigenständige Verkehrsteilnahme entgehen. Auch bei der Radfahrausbildung in der vierten Klasse zeige sich, dass Schüler immer öfter die motorischen Anforderungen nicht mehr erfüllen und nicht sicher Radfahren. Die Gründe hierfür würden ebenfalls in schlechter ausgeprägten Mobilitätskompetenzen liegen – häufig basierend auf Bewegungsmangel.

„Wir sehen Eltern und Schule klar in der Pflicht, darauf zu achten, dass Kinder sich ausreichend bewegen – weniger Spielekonsole, mehr Spiele an der frischen Luft und qualifizierter Sportunterricht. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch wichtig für den Straßenverkehr. Eltern müssen sich hier auch ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und mit gutem Beispiel vorangehen“, forderte Stephan Wassmuth, Vorsitzender des BER.

Studie zum Stand der Radfahrausbildung an Schulen
Die Verkehrswacht Medien & Service GmbH (VMS) veröffentlichte 2015 gemeinsam mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) die Studie „Stand der Radfahrausbildung an Schulen und motorische Voraussetzungen bei Kindern“. Sie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, das jedes sechste Kind im Umfeld der Wohnung keine Möglichkeit zum Radfahren habe. Bei einem Drittel der Kinder fehle zudem die Unterstützung der Eltern. Immerhin hat der Großteil der Eltern laut der Studie mit dem Kind das Radfahren geübt und fast alle Kinder besitzen ein Kinderrad. Etwa die Hälfte der Kinder spielte zuvor mit einem Laufrad, was sich positiv auf die motorischen Fertigkeiten auswirkt.

(tst)

Foto : adobe.stock.com/Martin Pohner

 

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