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16.07.2012

Promillegrenze bei Radfahrern zu hoch

Für Radfahrer sollte die Promillegrenze auf 1,1 Promille gesenkt werden.

Die Rufe nach einer Senkung der Promillegrenze für Radfahrer werden lauter.

Düsseldorf - "Manche kommen mit dem Rad zur Party, weil sie glauben, sich dann betrinken zu können." Mit diesen deutlichen Worten kritisierte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger das Verhalten mancher Radler. "Betrunkene Radfahrer sind aber eine Gefahr für sich und andere. Damit muss Schluss sein." Jäger hat nun eine deutliche Senkung der Promillegrenze für Radfahrer gefordert. "Die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit für Radfahrer muss von 1,6 auf 1,1 Promille gesenkt werden", sagte der SPD-Politiker der in Hagen erscheinenden "Westfalenpost".

960 betrunkene RadfahrerNRW im vergangenen Jahr  an Unfällen mit Toten und Verletzten beteiligt gewesen. Davon hatten laut Jäger 840 mehr als 1,1 Promille im Blut. "Der höchste Wert lag bei 5,0 Promille", so der Politiker.

Bislang kommen betrunkene Radfahrer vergleichsweise glimpflich davon. Autofahrer müssen, wenn sie mit 0,5 Promille am Steuer erwischt werden, ihren Führerschein mindestens einen Monat abgeben und bis zu 1.500 Euro zahlen. Radfahrer zahlen - solange sie keinen Unfall verursachen - erst ab 1,6 Promille eine Geldstrafe. Besitzen sie einen Führerschein, so müssen sie diesen für eine gewisse Zeit abgeben.

Gewerkschaft der Polizei fordert ebenfalls 1,1-Promille-Grenze

Jäger betonte, nach Erfahrungen der Polizei wüssten viele Radfahrer nicht, dass sie bereits eine Strafanzeige wegen Trunkenheit riskieren, wenn sie mit 0,3 Promille in einen Unfall verwickelt werden. "Das gilt auch bei Ausfallerscheinungen wie Sturz oder Fahren in Schlangenlinien", erklärte Jäger. In der vergangenen Woche hatte sich bereits der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, dafür ausgesprochen, die Grenze für absolute Fahruntüchtigkeit bei Radlern von 1,6 Promille auf 1,1 Promille zu senken.

Rigoroser gegen alkoholsierte Radfahrer geht die Stadt Münster vor: Sie verhängt seit einigen Monaten ein Radfahrverbot. Die Statistiken der Stadt belegen, dass bei vielen schweren Unfällen Alkohol im Spiel ist. Jeder zweite Radfahrer, der dort in den vergangenen fünf Jahren ums Leben kam, war angetrunken. Im Jahr 2011 waren in Münster 234 betrunkene Radfahrer belangt worden, davon hatten 224 mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut. Im ersten Halbjahr 2012 wurden in der Stadt erneut mehr als 100 betrunkene Radler erwischt.

Quelle: Spiegel Online

Foto : Twisko-Fotolia

 

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