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05.10.2020

Schul-Radwege zu gefährlich

Schulweg
Den Weg zur Schule mit dem Rad zurückzulegen, ist für manche Kinder kaum möglich – es drohen zu viele Gefahren

Der Allgemeinde Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat eine Umfrage zur Sicherheit von Schulwegen in Auftrag gegeben. Demnach hält eine deutliche Mehrheit die Schulwege für zu risikoreich und befürwortet Maßnahmen, um mehr Kindern die tägliche Anfahrt mit dem Fahrrad zu ermöglichen.

Ganze 99 Prozent der vom Institut für angewandte Sozialwissenschaft (INFAS) Befragten sehen Handlungsbedarf, damit mehr Kinder mit dem Rad zur Schule fahren. Dabei sind breitere und vom Autoverkehr getrennte Radwege (71 Prozent) sowie die Einrichtung von Fahrradstraßen (54 Prozent) die wichtigsten Forderungen. Mehr als drei Viertel denken, dass mehr Eltern ihre Kinder mit dem Rad zur Schule fahren oder zu Fuß gehen lassen würden, wenn die Schulwege sicherer wären.

Der ADCF verlangt daher den beschleunigten Ausbau der Schulradwegenetze. ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Wir wussten, dass Eltern die Schulwege ihrer Kinder oft als gefährlich wahrnehmen und sie deshalb nicht gern allein fahren lassen. Aber mit einem so drastischen Appell an die Kommunalpolitik, im ganzen Land für bessere und sichere Schul-Radwege zu sorgen, haben selbst wir nicht gerechnet. Das Thema Verkehr und Sicherheit beschäftigt alle – besonders mit Blick auf die Kinder!“

Elterntaxi als Notlösung

Der Aussage „Für Kinder ist es das Beste, wenn sie möglichst eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen“ stimmten 81 Prozent der Befragten zu. Stork erklärt: „Wir wissen aus anderen Studien, dass über 40 Prozent der Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden – aber über 80 Prozent finden, dass ein selbständig zurückgelegter Schulweg eigentlich die beste Option ist. Es muss Verkehrs- und Bildungspolitik alarmieren, dass Eltern hier wider besseren Wissens handeln.“ 58 Prozent pflichteten der Aussage bei „Es ist sicher nicht optimal, Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, aber manchmal einfach praktischer“. Die Möglichkeit, ihre Kinder mit gutem Gefühl selbstständig auf den Schulweg schicken zu können, brächte genau solchen Eltern viel Entlastung, so Storck.  

(sd)

Foto : DVR/dpa/picture-alliance

 

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