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17.09.2014

Toter Winkel: Mercedes-Benz entwickelt "Blind Spot Assist"

Der Mercedes-Benz "Blind Spot Assist" warnt den Fahrer auch optisch im Innenraum bzgl. möglicher Gefahren.

Die Unfallstatistik spricht eine deutliche Sprache: Kollisionen beim Abbiegen gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten Unfallarten in Verbindung mit Lkw und ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Fahrradfahrer und Fußgänger können in Gefahr geraten, falls Lkw-Fahrer sie nicht bemerkt haben.

Der neue Blind Spot Assist von Mercedes-Benz warnt den Fahrer zuverlässig vor Gefahren beim Abbiegen in kritischen Situationen mit einge­schränkter Sicht. Mehr noch: Er berücksichtigt ebenfalls die Schleppkurve des Aufliegers und warnt deshalb auch bei Kollisionsgefahr mit stationären Hindernissen wie Ampeln oder Laternen. Darüber hinaus unterstützt er den Fahrer beim Spurwechsel.


Lkw-Unfälle dank Assistenzsystemen rückläufig
Die Tendenz ist eindeutig, und sie ist positiv: In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat die Transportleistung des Straßengüterverkehrs deutlich zu­genommen. Gleichzeitig ist die Zahl der verletzten oder getöteten Verkehrs­teilnehmer stark rückläufig, betrachtet man Unfälle im Zusammenhang mit Lkw.
In Deutschland zum Beispiel stieg die Transportleistung in den vergangenen 20 Jahren um rund 80 Prozent. Im Gegensatz dazu sank die Zahl der im Güter­kraftverkehr Schwerverletzten um rund 44 Prozent, die der Getöteten sogar um fast 56 Prozent. Auffällig ist ein verstärkter Rückgang dieser Zahlen ab etwa dem Jahr 2000, parallel zur beginnenden Ausstattung der Lkw mit Assistenzsystemen wie Stabilitätsregelassistent, Abstands-Regeltempomat. Nachdem moderne Assistenzsysteme typische Lkw-Unfälle wie das Abkommen von der Fahrbahn und Auffahrunfälle inzwischen verhindern, abschwächen oder davor warnen können, rücken im nächsten Schritt Abbiegeunfälle in den Mittelpunkt.
Zwar vermitteln die vier korrekt eingestellten Außenspiegel auf der Beifahrerseite ein nahezu vollständiges Bild von Verkehrsteilnehmern neben dem Lkw. Aber auch der beste Lkw-Fahrer kann beim Abbiegen Fußgänger oder Radfahrer übersehen, wenn sie in seine Fahrspur geraten, während er sein Fahrzeug kurzzeitig mit einem Blick nach vorne oder links absichert. Erschwerend hinzu kommt schlechte Sicht aufgrund von Witterung oder Tageszeit und die Gefahr durch Ablenkung aufgrund der wachsenden Hektik im Verkehrsgewühl an Kreuzungen.
Das ungleiche Verhältnis von Lkw, Fußgängern und Radfahrern
Gefahr besteht bei ungewollten Begegnungen zwischen Lkw und Fußgängern oder Radfahrern durch die extrem unterschiedlichen Massenverhältnisse. Die Folge: Jeder fünfte innerorts tödlich verunglückte Fußgänger oder Radfahrer in Deutschland kommt bei einer Kollision mit einem Lkw ums Leben. Außerorts beläuft sich der Anteil der Verunglückten auf 10 bis 15 Prozent.
Erwartungsgemäß konzentrieren sich die Kontaktstellen bei Unfällen mit Lkw während des Rechtsabbiegens auf den vorderen Bereich der rechten Fahrzeug­seite. Bei deutlich über 50 Prozent geschieht hier die erste Kollision bei einem Unfall.
Der neue Blind Spot Assist von Mercedes-Benz wird Leben retten
Aufgrund eigener Initiative, aber auch wegen Rückmeldungen von Kunden hat Mercedes-Benz daher den neuen Blind Spot Assist für Lkw entwickelt. Er kann und er wird Leben retten: So geht der Gesamtverband der Deutscher Versiche­rungswirtschaft (GDV) zum Beispiel heute davon aus, dass mit Blind Spot Assist rund die Hälfte aller Unfälle zwischen Lkw und Fußgängern bzw. Radfahrern vermieden werden können. Die Zahl der damit verbundenen Todesfälle könne sich um fast ein Drittel reduzieren.
Die Radarsensorik überwacht den gesamten Bereich der Beifahrerseite
Herzstück des Blind Spot Assist ist eine Radarsensorik auf der Beifahrerseite vor der Hinterachse des Lkw. Das System ist so ausgerichtet, dass es die komplette Länge eines Sattel- oder Gliederzugs abdeckt. Darüber hinaus wird dieser Streifen sogar auf zwei Meter nach vorne vor den Lkw ausgedehnt.
Information und Warnung erfolgen situationsabhängig
Informationen bzw. Warnungen erfolgen abhängig von der individuellen Situation:
  • Der Fahrer wird optisch informiert, wenn sich ein bewegliches Objekt auf der Beifahrerseite seines Lkws befindet, um ihn rechtzeitig auf den anderen Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen.
  • Bei erkennbarer Absicht des Abbiegens – Einsatz des Blinkers bzw. Lenk­einschlag – wird der Fahrer vor einer drohenden Kollision gewarnt.
  • Beim Abbiegen warnt der Blind Spot Assist zusätzlich durch Überwachung der Schleppkurve des Aufliegers oder Anhängers vor der Gefahr einer Kollision mit einem stationären Gegenstand, etwa einem Verkehrsschild oder einem Begrenzungspfosten.
  • Bei höheren Geschwindigkeiten übernimmt der Blind Spot Assist die Funk­tion eines Spurwechsel-Assistenten. Der Fahrer wird ebenfalls über ein Ob­jekt auf der Beifahrerseite informiert bzw. bei Setzen des Blinkers oder Überfahren der Spurmarkierung davor gewarnt. Damit unterstützt der Blind Spot Assist den Spurwechsel etwa beim Überholen eines Radfahrers außerorts oder beim Fahrstreifenwechsel auf mehrspurigen Straßen.

Quelle: Daimler

Foto : (c) Daimler

 

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